09 Oct 2018

Wemag Batteriespeicher Schwarzstart Netz

Wemag schwarzstartet das Netz
 
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Projektpartner für Europas erste kommerzielles Batteriekraftwerk, in dem innovatives Schwarzstart-Konzept zur Marktreife gelangt/Younicos-Software steuert zuverlässigen den Wiederaufbau des Stromnetzes

In einem bislang einzigartigen Versuch ist in der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns der Wiederaufbau des abgeschalteten Stromnetzes mit Unterstützung durch ein Batteriekraftwerk in Kombination mit einer Gasturbinen-Anlage in Schwerin-Süd erfolgreich getestet worden.

Im Experiment wurde der Wiederaufbau des abgeschalteten Stromnetzes in der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommern mit Hilfe eines Batteriesystems in Verbindung mit einem Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD) erfolgreich getestet.

Dazu wurde zunächst eine Netzinsel zwischen der Gasturbinen-Anlage der Stadtwerke Schwerin, drei Umspannwerken der WEMAG Netz GmbH und dem vom Berliner Speicherpionier Younicos entwickelten schwarzstartfähigen WEMAG-Batteriekraftwerk geschaffen Nach dem Aufbau der Netzinsel wurde mithilfe des Batteriespeichers die abgeschaltete Gasturbinenanlage erfolgreich wieder in Betrieb genommen. Während des mehrstündigen Versuchs waren keine Verbraucher mit diesem abgeschlossenen Stromnetz verbunden. Diese wurden über andere Leitungen versorgt

„Der WEMAG-Batteriespeicher hat bewiesen, dass er für den Wiederaufbau des Stromnetzes nach Großstörungen oder einem Blackout sorgen kann. Bislang wird hierfür rein konventionelle Kraftwerkstechnik verwendet“, sagt Caspar Baumgart, Vorstand der WEMAG.

„Der Test beweist eindrucksvoll die zentrale Bedeutung von netzbildenden Batteriekraftwerken für das Energiesystem der Zukunft“, ergänzt Stephen L. Prince, CEO von Younicos. Und er zeigt, wie reibungslos unsere intelligente Software im Ernstfall den Versorgungsaufbau steuert und Netze mit hohem Anteil an erneuerbaren Energien sicher betreibt.“

Im Falle einer Großstörung bis hin zum vollständigen Ausfall des Übertragungsnetzes müssen die Betreiber von Erzeugungseinheiten und Stromnetzen zusammen die Wiederherstellung der Stromversorgung in den von ihnen betriebenen Netzen koordinieren. Bei einem mehrtägigen Blackout wären in Mecklenburg-Vorpommern erhebliche Schäden an der gesamten Infrastruktur und Probleme bei der Grundversorgung der Bevölkerung zu erwarten.

„Die System- und Versorgungssicherheit hat für das Land Mecklenburg-Vorpommern höchste Priorität. Der großflächige Totalausfall des Stromnetzes ist deshalb sehr unwahrscheinlich – für den Fall der Fälle wollen wir aber gewappnet sein und sind deshalb dankbar, dass wir mit dem Batteriespeicher eine neue Chance eröffnen können, im schlimmsten Fall das Stromnetz Stück für Stück wieder hochzufahren. Das Risiko der Schäden durch Blackouts kann durch die innovativen Schwarzstart- und Netzwiederaufbaumethoden deutlich verringert werden. Der WEMAG-Batteriespeicher leistet durch seine Schwarzstartfähigkeit einen erheblichen Beitrag dazu. Weitere Tests mit verschiedenen Konfigurationen und unter Einbeziehung der Erneuerbaren Energien können nun folgen“, sagt Christian Pegel, Minister für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Systemdienstleistung „Versorgungswiederaufbau“ wird nicht nur von Netzbetreibern, sondern auch von der Industrie benötigt, um einen lang andauernden kostenintensiven Produktionsausfall zu vermeiden.

Neben der WEMAG AG, der WEMAG Netz GmbH und der Batteriespeicher Schwerin GmbH & Co. KG waren an dem Test die Energieversorgung Schwerin GmbH & Co. Erzeugung KG, das Institut für Elektrische Energietechnik der Universität Rostock und die Younicos AG Berlin beteiligt.

„Das von uns entwickelte Szenario, dass es möglich ist, mit dem Batteriekraftwerk eine Gasturbine anzufahren und das Inselnetz zu synchronisieren, hat sich vollends bestätigt“, freute sich Manfred Krüger, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Rostock.

Diese erfolgreiche Studie markiert den Abschluss der Phase 1 des sogenannten „Kickstarter“-Projekts, das darauf abzielt, die Schwarzstartfähigkeit auf den Markt zu bringen. In Phase 2, die für das nächste Jahr geplant ist, soll das Stromnetz mithilfe des schwarzstartfähigen Batteriekraftwerks unter Einbeziehung von Erneuerbare-Energien-Anlagen aufgebaut werden. Zudem soll die autarke Versorgung der aufgebauten Netzinsel über einen längeren Zeitraum bis zur Synchronisation mit dem Verbundnetz praktisch getestet werden. Das innovative Schwarzstartkonzept wird von der Förderinitiative „Zukunftsfähige Stromnetze“ des Bundeswirtschaftsministeriums gefördert.

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